Ist Design etwas, das nur Designer können? Müssen (Design-) Entscheidungen einsam sein oder ist gutes Design ohne Austausch und Konsens nicht möglich?
Dieses Wochenende habe ich zufällig zwei sehr unterschiedliche Meinungen dazu gelesen, liebe Zielgruppe. Hier die beiden Standpunkte:
Zuerst Anders Ramsey mit seinem Plädoyer für Zusammenarbeit…
Designing is a process of making innumerable micro-choices, and as software systems become more complex, each choice needs to be looked at from multiple dimensions. When you are working alone with your headphones on, you are making one-dimensional decisions: yours.
…und jetzt kommt die Gegenseite zu Wort. Speider Schneider zitiert einen Artikel von Michael Arrington:
Product should be a dictatorship, not consensus-driven. There are casualties, hurt feelings, angry users. But all of those things are necessary if you’re going to create something unique. The iPhone is clearly a vision of a single core team, or maybe even one man. It happened to be a good dream, and that device now dominates mobile culture. But it’s extremely unlikely Apple would have ever built it if they conducted lots of focus groups and customer outreach first. No keyboard? Please.
Und? Was meint Ihr?
→ Why Agile UX is Meaningless without an Agile Attitude
→ Why Design-By-Committee Should Die
Update:
Despite the many negative connotations, when approached with the proper tools and strategies, design committees can be a satisfying experience for everyone involved, producing quality projects and happy customers. However, the responsibility is on you, the designer, to create an environment that produces results.
→ How to Navigate Design by Committee
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Ich denke, dass fundamentale Designentscheidungen nicht alleine zu treffen sind. Wer sagt denn, dass Entscheidungen in der Gruppe überhaupt Kompromisse sein müssen. Alleinige Designentscheidungen sind immer ein wenig Blinde-kuh-spielen und allmählich gibt es genug exzellente Designfirmen (Adaptive Path, IDEO,…), die klar machen, dass das höchste Innovationspotential immer in der Gruppe und nicht beim Einzelnen liegt. Auch das iPhone war eine Gruppenleistung.
Die Leute, die schreiben, dass ein iPhone nie mittels “Fokusgruppen” hätte entwickelt werden können, verstehen den Sinn von UCD/Collaborative Design nicht. Die denken, dass UCD darin besteht, User etwas zu fragen und dass dann zu bauen – falsch. Collaborative Design ermöglicht erst die Vielfalt an (auch radikalen) Ideen, die radikale Innovationen ermöglichen (wobei das iPhone letztendlich auch nur eine inkrementelle Innovation ist). Man denke nur an das Snowboard oder das Mountainbike – beides Erfindungen von (Lead) Usern!
Ja, ich gebe Dir Recht. Kollaboration ist eines der Elemente des User Centered Design. Einzelne Personen können immer nur so weit “voraus” denken, erst im Team können Ideen überprüft und diskutiert werden.
Aber kontraproduktiv ist, wenn jede auch noch so kleine Designentscheidung in einem Team gerechtfertigt und via Konsens verabschiedet werden muss. Das ist der perfekte Weg um jedwede Idee im Keim zu ersticken.
…ja, definitiv sollten Design-Detailentscheidungen beim IxD liegen, nur die”grobe Designlinie” im Sinne der Berücksichtigung von Business Requirements muss Team übergreifend diskutiert werden.
Wo “design dictatorship” hinführen kann sind man ja im konkreten Fall des iPhone 4…