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Wie werde ich User Experience Designer?

Update: Hier eine Liste mit Universitäten, die UX Studiengänge anbieten.

Diese Frage ist Nick Finck (nach eigenen Angaben) schon häufig gestellt worden. Damit ist jetzt wohl demnächst Schluss, da er sich in seinem Blog an der Antwort versucht hat…

I have found three core areas of advice that I tend to dispense when it comes to someone who is starting out and wanting to know more about user experience. […] I am going to keep my advice here limited to the high-level concepts. I am also going to limit this advice to being more web-centric rather than trying to cover all of the platforms and perspectives that user experience covers.
 […] This advice likely applies to fields outside of the user experience realm. It is also applicable for those wanting to go into a specialized area of user experience.



Er betrachtet in seinem Artikel drei Themenbereiche: Ausbildung, Praxis und Sichtbarkeit, die auf Deutsch leider nicht so schön wie die Originalbegriffe klingen: education, experience, und exposure.

Da seine Ausführungen eher für seine (amerikanische) Leserschaft gedacht ist, habe ich seine Punkte um ein paar deutschsprachige Informationen ergänzt…

Ausbildung

The number one success factor for user experience professionals is education. It is critical to understand the realm of user experience and all that it covers before deciding on what areas to specialize in, be it information architecture, usability engineering, interaction design, visual design, content strategy & copywriting, web analysis, user research, online marketing, or web strategy.


Obwohl dieser Punkt in seinen Augen der wichtigste ist, handelt er ihn recht schnell ab. Neben formaler Aus- und Weiterbildung zählt er Bücher, UX Buchclubs und Mentorenprogramme als Quellen für das Selbststudium auf.

Im deutschsprachigen Raum gibt es mittlerweile einige „nutzerzentrierte“ Studiengänge, zum Beispiel an der HTW Berlin, der FH Potsdam, der Hochschule Magdeburg-Stendahl oder am Joanneum Graz. Außerdem bietet die School of Design Thinking Potsdam ein zweisemestriges Aufbaustudium an.
Hat man sein Studium bereits hinter sich gelassen oder will quer einsteigen, so kann man das zum Beispiel mit einer Schulung bei artop oder dem Fraunhofer Institut tun.
Als Mentorenprogramme empfiehlt er das Information Architecture Institute Mentoring Program und der IxDA Mentorship Program – beides englischsprachige Angebote.
Für das Selbststudium spricht Nick Finck ein paar Buchempfehlungen aus, die auch in meiner Liste der meistgenannten UX Bücher vorkommen. UX Buchclubs sind in Deutschland eher unbekannt – den einzigen den ich kenne, ist der UX Book Club Köln.
Nick erwähnt in seinem Artikel aber keine Online-Quellen zum Thema UX. Aber Whitney Hess hat vor kurzen eine sehr umfassende Linkliste verschiedenster UX Ressourcen zusammengestellt. Dort wird man auf jeden Fall fündig.

Da fast alle UX Publikationen auf Englisch ist, sollte man auf jeden Fall sein Schulenglisch hegen und pflegen und am Besten noch ein wenig aufpolieren.

Praxis

In diesem Abschnitt geht auf den Lebenslauf…

Your resume is a elevator pitch, avoid going into detail where not needed. Focus on the things that are important to that specific job your are applying for. Create a special resume that highlights the necessary points needed for each job your are applying for.

…und die Erstellung eines UX Portfolios ein…

Going hand-in-hand with the resume is a portfolio. This is something I feel a lot of user experience professionals miss, especially those who do not specialize in visual design. Yes, even if you are just producing wireframes or XHTML/CSS all day, it is crucial to have a portfolio of your work. Employers want to see your work, your code, and designs.


…und reisst kurz das Thema Jobsuche an.

Once you have a portfolio and highly-polished resume, the next step is to find a job. A good way to get your foot in the door, especially if you are still in school, is to do an internship at a company you one day hope to work for.

Sehr gute Informationen zum Thema Lebenslauf und Portfolio von UX Professionals findet man in den folgenden Artikeln:

Und der Vorschlag, über Praktika und Studentenjobs einen Job zu bekommen, ist kein schlechter – wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann.

Außerdem lohnt es sich, mal einen Blick auf Usability Stellenanzeigen zu werfen, um ein Gefühl für die Anforderungen der Firmen zu bekommen.
Genauere Informationen zum Arbeitsalltag von Usability Professionals in Deutschland kann man dem jährlich erscheinenden Branchenreport Usability der UPA entnehmen, die auch eine Beschreibung des Berufsbild des Usability Professionals erstellt hat.

Sichtbarkeit

Exposure is very critical for differentiating yourself from others in the industry. It is also useful for differentiating what you do versus other roles that may appear as very similar at first glance. This differentiation is established by being a thought leader in your area of specialization, and by helping to define that area better.

Hier empfiehlt Nick, dass man über seine Arbeit schreiben oder sprechen sollte, zum Beispiel in Artikeln (in Zeitschriften oder einem Blog) oder auf Konferenzen und anderen Events, wie zum Beispiel Barcamps, lokale UX Treffen, etc. Falls man nicht der Typ dafür sei, solle man zumindest an solchen Events teilnehmen und Anschluss an Kollegen suchen, z.B. über Communities oder Blogs.

Eine Liste von user-centered Veranstaltungen findet ihr auf der Termin und Event Seite.
Communities bzw. Organisationen für UX Professionals sind zum Beispiel (in zufälliger Reihenfolge) die gc-UPA, die UPA, die ACM SIGCHI, UMO, UXnet, die IxDA, das IAI.
Aber auch XING ([1], [2], [3], [4], [5], [6]) und LinkedIn ([1], [2], [3], [4], [5], [6]) bieten eigene Gruppen rund um User Experience an (die Links sind der Lesbarkeit wegen ausnahmsweise ohne Icon).
Und wer Kurznachrichten mag, für den hat Elisabeth Buie auf ihrer Seite eine (sehr sehr lange) Liste von twitternden UX Professionals zusammengetragen.

Ich hoffe, dass euch mit diesem Artikel der Einstieg in ein sehr spannendes Themenfeld leichter fällt, liebe Zielgruppe in spe. Falls ihr wichtige Informationen vermisst, Fragen oder Ergänzungen habt, schreibt sie einfach in das Kommentarfeld. Partizipation ist wichtig, sagt Herr Finck!

Nick Finck: Starting a Career in User Experience Design

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2 Kommentare

  1. Sehr interessanter Beitrag. Besonders was die Ausbildung angeht. Da zeigt sich der typisch kulturelle Unterschied zwischen Europa (Deutschland insbesondere) und den USA. Während dort das Selbststudium etwas zählt, wird in Deutschland immer noch auf die Ausbildung an Hochschulen gesetzt. Ich finde den amerikanischen Weg aber gar nicht so schlecht.

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