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Das Journal of Usability Studies 
Normen, Wie-Worte und andere Allgemeinplätze

Die UPA hat in seiner neuen Ausgabe des Journals of Usability Studies vier neue Paper in das Internet geblasen. Nach dem Lesen bin ich froh, dass ich sie nicht ausgedruckt hatte, denn sie wären das Papier nicht wert gewesen. Aber, liebe Zielgruppe, lest selbst…

Nigel Bevan gibt in seinem Beitrag (mal wieder) einen Überblick über Usability Normen und Standards. Darunter sind die üblichen Verdächtigen (9241, 9126 und 13407), Bevans eigene Babies (CIF & CISU-R) und ein Neuzugang (25010). Für diese diskutiert er und Vor- und Nachteile und wie man sie in der Praxis einsetzen kann. Das der viel zu hohe Preis von Normen ein Hindernis für deren Anwendung ist, sieht er ein, aber trotzdem seien sie toll. Gut, dass wir darüber gesprochen haben!

Bangor et al. haben sich mit dem SUS Fragebogen auseinandergesetzt. Sie widmeten sich dem Problem, dass SUS Ergebnisse keinen Wert an sich haben und immer mit anderen SUS Bewertungen in Beziehung gesetzt werden müssen:

One of the unanswered questions from previous research has been the meaning of a specific SUS score in describing a product’s usability. Is a score of 50 sufficient to say that a product is usable, or is a score of 75 or 100 required?

Deswegen haben die Kollegen versucht, eine Beziehung zwischen SUS-Werten und Wie-Worten herzustellen – und das mit sehr durchwachsenem Erfolg.

Die Autoren gelangen zu der bahnbrechenden Erkenntnis, dass sich Usability aus mehreren Faktoren zusammensetzt und sich deswegen eher schlecht durch ein einzelnes Adjektiv beschreiben lässt. Aber ein Wie-Wort sei, so die Autoren, trotzdem aussagekräftiger als eine Zahl zwischen 0 und 100. Da sieh mal einer an…

Artikel drei und vier sind auch nicht vieler Worte wert – Nummer drei beschreibt, wie die Autoren auf einem Messestand Usability Tests durchgeführt haben und Artikel vier bringt zu Tage, dass kulturelle Unterschiede einen Einfluss auf die persönliche Einschätzung von Usability haben.

Man kann also getrost auf die nächste Ausgabe warten und hoffen, dass die Qualität der Beiträge eine bessere sein wird.

P.S. Die Einordnung des Eintrags in die Kategorie „lesenswert“ ist mental ein „nicht-“ voranzustellen.

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