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Buch-Review: Usability Engineering kompakt

„Das Buch bietet ihnen einen leicht verständlichen Einstieg in die Praxis“ – so der Klappentext. Da ich es vor wenigen Tagen ausgelesen habe, will ich kurz meinen Eindruck schildern.

Das Buch beginnt mit Begriffsdefinitionen, den ISOs (9241, 13407) und einer Beschreibung der User Centered Design Phasen.
Im zweiten, dem umfangreichsten Kapitel des Buches werden „Usability-Methoden“ beschrieben. Diese Methoden sind aber streng genommen drei Techniken (Contextual Inquiry, UI Prototyping und Usability Tests) und eine Reihe von Usability Artefakten (Personas & Szenarien, Storyboards, Use Cases, Styleguides und Fragebögen).
Danach folgen drei sehr knappe, fast schon fragmentarische Kapitel über die Planung von Usability Projekten, über den Einsatz von Usability in Unternehmen und abschließend eine Beschreibung von „typischen“ Situationen der Usability Praxis.

Auf den ersten Seiten des Buches lese ich, dass es „dem interessierten Laien eine leicht verständliche Einführung in die Materie […] vermitteln“ soll und dass es „sich in erster Linie an Beteiligte im Software-Entwicklungsprozess[es]“ richtet. Aber genau für diese Leserschaft ist es gänzlich ungeeignet!

Denn das größte Manko des Buches ist, dass die Autoren einen essentiellen Schritt des User Centered Design unerwähnt lassen: die Entwicklung und Definition der Informationsarchitektur.
Es wird beschrieben, wie man Informationen über den Nutzungskontext sammelt, wie man sie notiert und wie man UI Prototypen erstellt und was man mit ihnen testen kann. Aber der Schritt zwischen Analyse und Umsetzung, in dem man aus den gesammelten Informationen die Struktur (des Systems) und das User Interface ableitet, wird nicht erwähnt.
Außerdem sind alle weiteren Kapitel für die oben genannte Leserschaft ungeeignet, da die strategische Etablierung von Usability in Unternehmen für sie nicht interessant sein wird. Und auch für Usability-geneigte Leser sind die dort beschriebenen Informationen zu vage und zu knapp.

Das Buch ist etwas für alle, die eine kurze Einführung über Usability-Grundlagen bekommen wollen. Aber Fachfremden kann ich es nicht empfehlen, da es ihnen eine grundlegende Phase (in der die Magie passiert) vorenthält.

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